Die NeuSTADt Guides luden zur dritten besonderen Stadtführung ein und 21 Personen folgten der Einladung, Selbst weitgereiste Gäste aus Braunschweig durften wir begrüßen, denn Zitat: „Es gibt überall auf der Welt schöne und interessante Dinge zu entdecken, wenn man es denn möchte“. Tolle Idee und nach dem Brandschatzen des „Tollen Christian“ (Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel) mit seinen Braunschweigern waren uns diese beiden deutlich lieber…

Hans und Anna, dargestellt von Andrea und Hans-Werner Sollorz starteten pünktlich um 14 Uhr am Kultur und Bürgerzentrum bei trotz aller Vorhersagen bestem Wetter die Führung.
Anna übernahm die Moderation und Hans die Theorie. So startete die Gruppe um 1326 aus der heutigen Wüstung Winshausen kommend nach Nuwenstadt, wie Neustadt seinerzeit hieß. Ein paar Informationen zu den Dorfbewohnern und der damaligen Zeit, ein paar wenige Jahreszahlen mit den dazu passenden Ereignissen und schon waren alle bestens informiert.
Im „Erntennenhaus“, dem heutigen Stadtarchiv wurden die Informationen noch mit ein paar Bilder erläutert. Und auch Ein Freiherr von Nordeck zur Rabenau brachte alle auf den Stand zu seiner Zeit und zu seiner Biografie.

Die erste Begegnung mit den Stationen, die die NeuSTADT Guides vorbereitet hatten, fand mit zwei Marktfrauen (Sonja und Marlene Stark) aus dem frühen 19. Jahrhundert statt, die mit viel Witz und Charme aus ihrem Alltag berichteten.

Anschließend traf die Gruppe auf einen Unterleutnant (Sebastian Henkel) und einen Gardisten (Andreas Schönberg) der Neustädter Bürgergarde um 1840, die Einblicke in ihre Pflichten und das damalige Bürgerleben gaben.


Und weiter ging es zum Erntennen-Haus, dem heutigen Stadtarchiv. Dort erfuhren die Teilnehmer wissenswertes über die Wohn- und Lebensverhältnisse vergangener Jahrhunderte.

Besonders für Heiterkeit sorgte dabei die anschließende Szene zum Thema Hygiene im Mittelalter. Als eine Hausbewohnerin (Miranda Faber) kurzerhand ihren Nachttopf aus dem Fenster auf die Straße entleerte, waren viele Gäste zunächst überrascht, bevor herzliches Gelächter aufkam. Die humorvolle Darstellung machte eindrucksvoll deutlich, unter welchen Bedingungen die Menschen damals lebten.


Vor der Pfarrkirche führte die Reise weiter in die Zeit der Reformation um 1530. Ein katholischer Pfarrer (Jakob Krapp) schilderte eindrucksvoll die Unsicherheit und den Wandel jener Jahre, als die neue Lehre Martin Luthers auch in Neustadt Einzug hielt und alte Gewissheiten ins Wanken gerieten.

Auf dem Marktplatz begegneten die Besucher anschließend zwei Marktfrauen (Marion Hill, Miranda Faber) des 16. Jahrhunderts, die über Hexenglauben, Gerüchte und vermeintliche Hexerei tuschelten. Mit viel Spielfreude machten sie deutlich, wie schnell Verdächtigungen damals entstehen konnten und welche Folgen dies für die Betroffenen hatte.





Vor dem Rathaus trat schließlich der Bürgermeister (Holger Michel) der Stadt auf. Er berichtete vom verheerenden Stadtbrand des Jahres 1556, vom Wiederaufbau Neustadts und von den Herausforderungen jener Zeit. Dabei spannte er den Bogen von den religiösen Umbrüchen bis hin zu den Hexenverfolgungen und der Entwicklung der Stadt nach der Reformation.

Den Höhepunkt der Führung bildete die Station am Junker-Hansen-Turm. Dort begegneten die Gäste dem mächtigen Hans von Dörnberg (Matthias Mix), seinem Baumeister Hans Jakob von Ettlingen (Markus Mix) und schließlich sogar dem Teufel (Tobias Sollorz) persönlich. Die humorvolle und zugleich spannende Inszenierung rund um den Bau des Turmes und die bekannten Neustädter Sagen sorgte für viele Schmunzler und begeisterte Reaktionen. Auch im Inneren des Turmes wartete der Teufel mehrfach auf die Besucher und berichtete auf amüsante Weise von seinen angeblichen Diensten für den ehrgeizigen Junker.
Die Resonanz der Gäste fiel durchweg positiv aus. Besonders erfreulich war, dass Besucher nicht nur aus Neustadt und der Region, sondern sogar aus der Gegend von Braunschweig angereist waren. Diese zeigten sich begeistert von der Veranstaltung und betonten, dass es in Deutschland viele schöne Regionen und interessante Angebote gebe. Gerade Gästeführungen seien eine wunderbare Möglichkeit, immer wieder Neues zu entdecken und Geschichte lebendig zu erleben.
Auch die Darstellerinnen und Darsteller der NeuSTADT Guides hatten sichtlich Freude an ihren Rollen und begeisterten das Publikum mit großem Engagement und viel Liebe zum Detail.
Zum Abschluss luden die Gästeführer alle Teilnehmer zu Kaffee und Kuchen in das historische Rathaus ein. In gemütlicher Atmosphäre konnten sie die Eindrücke der vergangenen Stunden noch einmal Revue passieren lassen. So endete die Reise durch die Geschichte Neustadts nicht nur informativ und unterhaltsam, sondern auch mit vielen netten Gesprächen und einem geselligen Beisammensein.
Die NeuSTADT Guides bedanken sich bei allen Mitwirkenden, Helferinnen und Helfern sowie bei den zahlreichen Gästen und freuen sich bereits auf kommende Veranstaltungen.









